Technik Lexikon

Akku:

Diese Hörgeräte besitzen einen wiederaufladbaren Akku.

Man unterscheidet zwischen der einfacheren Ausführung mit Nickel-Metallhydrid Akkus, die ähnlich wie Batterien, in die Hörsysteme eingelegt werden und fest eingebauten Lithium-Ionen-Akkus.

Erstere sind kostengünstiger, aber von geringerer Tragezeit (ohne erneute Aufladung) und Lebenszeit.

Zweitere sind kostenintensiver, aber von besserer Qualität und Umweltfreundlichkeit.

Hörgeräte mit Akkus benötigen stets eine spezielle Ladestation. Auch hier gibt es unterschiedliche Modelle in verschiedenen Größen und mit verschiedenen Ausstattungen.

App Steuerung:

Meist wird das Smartphone via Bluetooth mit den Hörgeräten gekoppelt. Eine alternative Übertragung sind nicht hörbare akustische Wellen, dabei kann die Lautstärke und das Programm geändert werden.

Bei einigen Hörgeräten bietet die App Steuerung auch die Möglichkeit Änderungen des Klanges, der Streaming-Lautstärke und der Lautstärke von Tinnitussignalen vorzunehmen.

Audiostreaming:

Die Audiosignale von externen Geräten, wie Fernseher, Radio, Handy können via Streaming-Zubehör an das Hörgerät übertragen werden, ohne störende Nebengeräusche.

Automatische Impulsschallunterdrückung:

Plötzlich auftretende sehr laute Geräusche, wie z.B. ein Knall, können sehr unangenehm werden.

Moderne und hochentwickelte Hörgeräte sind in der Lage diese Geräusche sekundenschnell zu erkennen und die Verstärkung dementsprechend abzusenken.

Bei den höher entwickelten Geräte kann man zwischen 3 unterschiedlich stark wirkende Reduzierungen wählen.

Automatische Nachhallunterdrückung:

In großen Räumen, wie Foyer, Treppenaufgang, Kirche, Konferenzsaal, entsteht oft ein Nachhall/ Echo. Dieser kann bei Gesprächen störend wirken.

Moderne und hochentwickelte Hörgeräte sind in der Lage den Nachhall anhand seiner Charakteristik, leise zeitverzögerte Signale, zu erkennen. Die Nachhallunterdrückung vermindert die Übertragung dieser Signale.

Automatische Rückkopplungsunterdrückung:

Als Rückkopplung wird der physikalische Effekt bezeichnet, wenn ein bereits verstärktes Signal erneut vom Hörgerät aufgenommen wird. Es entsteht dabei ein Pfeifton.

Moderne Hörgeräte sind in der Lage dieses Pfeifen zu erkennen und löschen dieses aus, z.B. durch die Phasenumkehrung.

Automatische Störgeräuschreduktion:

Wird sich in geräuschvoller Umgebung unterhalten, so unterscheidet das Hörgerät zwischen Sprache und Störgeräuschen.

Störende Geräusche, wie Staubsaugen, Motorengeräusche, Geschirrklappen etc. , werden in den Bereichen reduziert, in denen sie auftreten. Dadurch wird es leichter die Sprache zu verstehen.

Bei den höher entwickelten Hörgeräten kann man, je nach persönlichen Vorlieben, zwischen 3 bzw. 4 unterschiedlich stark wirkenden Reduzierungen wählen.

Autophone:

Das Hörgerät erkennt automatisch wenn ein Telefon ans Ohr gehalten wird und überträgt schaltet automatisch in ein Telefonprogramm, bei dem die Signale vom Telefon direkt ans Hörgerät.

Die Weiterentwicklung Twinphone wird das Telefonsignal zudem an das andere Hörgerät übertragen, so kann das Gespräch noch besser verstanden werden.

Binaurale Synchronisation:

Die Hörgeräte tragen über Funkwellen Daten aus.

Bei der einfachen binauralen Synchronisation werden lediglich die Lautstärken – und Programmeinstellung übertragen. Wird die Lautstärke z.B. am linken Hörgerät geändert, so übernimmt das rechte dies synchron.

Bei der Weiterentwicklung Ear-to-Ear werden alle Daten übertragen, miteinander verglichen und aufgrund der Ergebnisse die optimale Einstellung vorgenommen. Sie profitieren davon hauptsächlich in komplexen Gesprächssituationen, z.B. bei einer Unterhaltung in einem belebten Restaurant.

Erweiterter Dynamikbereich:

Als Dynamikbereich bezeichnet man den Bereich, in denen das Hörgerät Signale verarbeiten und verstärken kann. Je größer dieser Bereich, desto weniger wird der Klang verzerrt und umso mehr unterschiedliche Klänge können überhaupt verarbeitet werden. Dies hat vor allem bei Musik einen Vorteil.

Fernbedienung:

Über eine Fernbedienung kann unauffällig die Lautstärke angepasst werden oder zwischen den Programmen gewechselt werden.

Frequenzbereiche:

Moderne Hörgeräte können in den unterschiedlichen Frequenzbereichen individuell angepasst werden. Je mehr Frequenzbereiche in einem Hörgerät vorhanden sind, desto besser kann das Hörgerät auf den Hörverlust angepasst werden und diesen ausgleichen. Der Klang wird dadurch natürlicher.

Made for iPhone

Das Hörgerät kann direkt, ohne Zubehör, mit dem iPhone via Bluetooth gekoppelt werden. So wird ein Zugriff zur App-Steuerung ermöglicht. Darüber hinaus können aber auch eine direkt akustische Signale, wie Musik oder Telefonate auf das Hörgerät übertragen werden. Zudem kann das iPhone als externen Mikrofon genutzt werden. Das heißt, dass ein Sprecher in das iPhone sprechen kann und die Sprache ebenfalls direkt an die Hörgeräte gesendet wird.

Musikprogramm:

Das Musikprogramm ist ein spezielles Hörprogramm, um die Klangqualität für Hörsystemträger zu verbessern, die gerne Musik hören oder selbst Musiker sind.

Bei dem 1-stufigen Musikprogramm kann dieses lediglich aktiviert werden.

Bei dem 3-stufigen Musikprogramm gibt es unterschiedliche Parameter für Musik von der CD, Konzerte oder Musiker. Der Hörakustiker wählt diese bei der Einstellung entsprechend Ihrer Vorlieben.

Nanobeschichtung:

Das Hörgerät ist damit resistenter gegen Staub und Feuchtigkeit. Die Qualität der Nanobeschichtung variiert je nach Hörgerät bzw. Hersteller und wird durch die IP-Zertifizierung gekennzeichnet. Sie beschreibt den Schutz vor eindringenden Fremdkörpern und Wasser.

Z.B. bedeutet IP 67 staubdicht und Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen in Wasser.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass Sie Ihr Hörgerät beim Duschen oder im Schwimmbad tragen sollten, da kein 100% iger Schutz gewährleistet ist.

Auch Schäden durch Schweiß sind nicht eingeschlossen, da es sich hierbei nicht um reines Wasser handelt. Bei starkem Schwitzen sind deshalb geeignete Pflegemittel unerlässlich.

Richtmikrofoncharistik:

In der Standardeinstellung nimmt das Mikrofon des Hörgerätes alle akustische Signale ringsum (omnidirektional) auf. In ruhiger Umgebung ist dies meist kein Problem, jedoch in geräuschvollen Situationen. Dort werden dann neben der Sprache auch laute störende Geräusche aufgenommen. Für diesen Fall wurde die Richtmikrofontechnik entwickelt.

Bei der manuellen Richtwirkung programmiert der Hörakustiker ein 2. Programm für solche Situationen. In diesem Programm nimmt das Hörgerätemikrofon lediglich die Signale von vorn auf, so werden Gespräche in lauter Umgebung besser verstanden.

Bei der automatischen Richtwirkung analysiert das Hörgerät stets die Hörumgebung. Sobald Nebengeräusche erkannt werden, schaltet das Hörgerät in die Richtwirkung und nimmt die Sprache von vorne auf.

Bei der Richtwirkung Plus tauschen die Hörgeräte ihre analysierte Hörumgebung aus und vergleichen diese mit ihren Daten. So kann der Gesprächspartner noch besser fokussiert werden.

Bei der Richtwirkung 360° ist das Hörgerät in der Lage die Sprache von der Seite zu fokussieren und die Nebengeräusche auszublenden, wie es z.B. im Auto benötigt wird. Dazu wird im Hörgerät, das dem Sprecher zugewandt ist, auf Omnidirektional geschaltet und auf dem Gegenohr die Richtwirkung eingestellt.

Bei der Richtwirkung 360° Plus wird ein sehr natürliches Richtungshören erzielt, indem die beiden Hörgeräte ihre Analysen austauschen und miteinander vergleichen, so kann sehr präzise bestimmt werden aus welcher Richtung die Sprache und aus welcher Richtung die Störgeräusche kommen und dementsprechend die Mikrofone auf den Sprecher fokussieren. Zudem können sich die Hörgeräte auf den dominanten Redner ausrichten, da dies in den meisten Fällen die lauteste Stimme ist.

Programmautomatik:

Das Hörgerät analysiert stetig die Hörumgebung und passt die Einstellung des Hörgerätes (z.B. Richtwirkung und Störgeräuschreduktion) immer so an, dass das bestmögliche Sprachverständnis und der angenehmste Klang gegeben ist. Der Hörgeräteträger braucht so nichts am Hörgerät schalten und kann sich 100% ig auf seine Tätigkeit und das Gespräch konzentrieren.

Telefonspule:

Hörgeräte, die mit einer Telefonspule ausgestattet sind, können die akustischen Signale über ein elektromagnetisches / induktives Feld aufnehmen.

In einigen Kirchen oder Theatern z.B. sind Ringschleifenanlagen ausgelegt. Dort kommt dann die Telefonspule zum Einsatz. Die Sprache wird direkt ohne Nebengeräusche in das Hörgerät übertragen.

Tinnitusfunktion:

Die Tinnitusfunktion soll Personen, die stark unter ihrem Tinnitus leisen helfen, eine bessere Lebensqualität wiederzuerlangen. Um dieses Ziel zu erreichen erzeugen Hörgeräte mit Tinnitusfunktion bestimmte Signale. Generell werden 3 Konzepte unterschieden.


 

Tinnitus Noiser: Das Hörgerät gibt ein permanentes Rauschen von sich, das von Tinnitus ablenkt. Das Rauschen kann in Lautstärke und Klang vom Akustiker auf den Tinnitus abgestimmt werden.


 

Tinnitus Musik: Das Hörgerät spielt permanent ein Therapiesignal, wie z.B. eine sanfte Meeresbrandung oder Zen Klänge, die vom Tinnitus ablenken. Auch hier kann die Lautstärke angepasst werden.


 

Tinnitus Notch: Im Frequenzbereich des Tinnitus wird ein Notch-Filter gesetzt. Dadurch wird dieser, sehr schmale, Bereich weniger verstärkt, was zur Folge haben kann, dass die Nachbarfrequenzen den Tinnitus überlagern.

Windgeräuschunterdrückung:

Windverwirbelungen erzeugen bestimmte Signale am Mikrofon. Das Hörgerät erkennt diese Signale und reduziert die Verstärkung in diesem Bereich, die Sprache bleibt dabei unberührt.

Von der Windgeräuschunterdrückung profitieren Sie vor allem bei sportlichen Aktivitäten (z.B. Fahrradfahren, Joggen), aber auch bei anderen Tätigkeiten, die Sie draußen erledigen.

Bei der binauralen Windgeräuschunterdrückung gleichen beide Hörgeräte die Windverwirbelungen effektiv miteinander ab, um die auftretenden Geräusche wirkungsvoller herausfiltern zu können.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • Facebook

SONEO Hörgeräte GmbH            Impressum                Datenschutz